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[Vereinschronik]

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Über 100 Jahre MGV „Eintracht Niederoberweiler"

 

Streiflichter
aus der Orts- und Vereinsgeschichte
von
Dr. Wolfgang Dietz

I.

Niederoberweiler, heute Burgbrohl-Weiler, am Eingang des unteren Brohltals gelegen, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Wenngleich keltische bzw. römische Vorläufersiedlungen nicht auszuschließen sind, so geht doch der heutige Ortsteil vermutlich auf eine fränkische Villa, ein Landgut also zurück, aus dem sich allmählich eine dörfliche Ansiedlung entwickelte.

Eine (Pfarr-)Kirche zu Weiler wird erstmals im Jahre 1271 urkundlich erwähnt, welche 1320 der Probstei Buchholz zugeschlagen wurde. 1809 endete im Zuge der Napoleonischen Besetzung der linksrheinischen Gebiete die pfarrliche Verwaltung durch die Buchholzer Patres. Zugleich wurde die Auflösung der bisherigen Pfarrei Niederweiler verfügt; Oberweiler, das bis 1794 jahrhundertelang weltlich der Herrschaft Olbrück unterstanden hatte, wurde mit dem anderen Ortsteil zusammen als neue Filialgemeinde der erheblich jüngeren Pfarrei Burgbrohl unterstellt. Alle späteren Bemühungen um Wiedererlangung kirchlicher Eigenständigkeit scheiterten am Desinteresse kirchlicher wie staatlicher Stellen an einer solchen Revision.

II.

Die verkehrsmäßige Erschließung des Brohltales durch eine schmalspurige Bahnlinie (Brohltal-Eisenbahn) und die damit parallel erfolgte Ansiedlung des ersten großen Industrieunternehmens (Brohltal AG) in den Jahren 1899 - 1902 schufen die Voraussetzung für einen tiefgreifenden sozialen Wandel und eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse.

Mit Unterstützung der Werksleitung der Brohltal AG riefen sangesfreudige Menschen im Jahre 1909 den Gesang-Verein „Brohltal" ins Leben. Der 1. Vorsitzende dieses jungen Vereines war Heinrich Zorn, sein Dirigent war der Organist German Doll aus Niederlützingen. Wenig später ging die Leitung des Chores an den Hauptlehrer Langen aus Burgbrohl über. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914) kam der Gesang auch hier in Weiler, wie in fast allen Männerchören, zum Erliegen. Wie sich aber wenige Jahre danach zeigen sollte, hatte die erzwungene Unterbrechung das Interesse an Chorgesang und Vereinsleben keineswegs beeinträchtigt, so dass schon bald nach Kriegsende die schöne Tradition wiederaufgenommen wurde.

 

 

 

 

Abbildung 1:  M.G.V.  "Brohltal" 1909


III.

Da aber dem MGV „Brohltal", dessen Finanzierung hauptsächlich durch die Firma Brohltal AG erfolgte, nur Werksangehörige als Mitglieder angehören konnten, kam es zur Gründung eines zweiten Gesangvereins unter dem Namen „Fidelio". Die Geschicke des Vereins leitete von Anfang an der damalige Lehrer Hermann Gilles als Dirigent. In ihm hatte der Verein einen überdurchschnittlichen und musikbegeisterten Förderer gefunden. Hingegen war der MGV „Brohltal" des öfteren gezwungen, den Dirigenten zu wechseln.

 

 

 

IV.

Dass es zu Problemen, Schwierigkeiten, Reibereien und schließlich zum Streit kommt, wenn sich zwei gleichartige Vereine in einem Ort von ca. 800 Einwohnern gegenseitig Konkurrenz machen, ist leicht nachvollziehbar. Umso bemerkenswerter ist, dass von beiden Seiten gutwillige Vereinsmitglieder aufeinander zugingen, um durch den Zusammenschluss beider Chöre dem Übel abzuhelfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 2:  M.G.V.  "Fidelio" 1920

So kames zu Beginn des Jahres 1923 zur Verschmelzung der beiden Männergesangvereine „Brohltal" und „Fidelio" unter dem programmatischen neuen Namen MGV „Eintracht", dessen erste ordentliche Monatsversammlung am 10. Februar 1923 abgehalten wurde. Mit 2 Ehrenmitgliedern, 76 aktiven und 73 inaktiven Mitgliedern hatte der Verein seit der Vereinigung eine gesunde, solide Basis.

Schwieriger indessen stellte sich — angesichts der im Krisenjahr 1923 zunehmend galoppierenden Inflation — die Kassenlage dar. Zum 1. August 1923 erhöhte sich die Aufnahmegebühr für inaktive Mitglieder auf 20000 Mark, für aktive Mitglieder auf 10000 Mark. Erst gegen Jahresende 1923 normalisierten sich die Verhältnisse wieder (Monatsbeitrag 15 Pfennige; Eintrittsgeld 3 Mark bzw. 1 Mark).

Zum 1. Vorsitzenden wurde Hermann Wasserscheid gewählt (Generalversammlung vom 8. Januar 1924), der — abgesehen von geringen Unterbrechungen — für einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren die Geschicke des MGV „Eintracht" mit großem persönlichen Engagement leitete. Das Amt des Dirigenten versah „Lehrer Hermann Gilles bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufe im Jahre 1949". Ihm folgten Josef Reuter, Burgbrohl, Lehrer Wirth, Niederoberweiler, und von 1953-1988 Herbert Pickenhahn sowie von 1988-2000 Wolfram Schenk aus Kretz als musikalische Leiter des Chores. Im Jahre 2001 übernahm Frau Elke Frings-Schüller aus Urbar das Dirigat beim MGV Eintracht Niederoberweiler. Den Vorsitz im Verein führten von 1968 bis 1984 Werner Kaul, von 1984 bis 2002 Johannes Rothbrust, dann interimistisch Ilka Bach und schließlich seit 2003 Gudrun Koch.

V.

Nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges erfuhr der MGV „Eintracht" erneut einen Aufschwung, verbunden mit einer Auffächerung gesanglicher Möglichkeiten. Nachdem an Weihnachten 1944 — fast alle Vereinsmitglieder waren zur Wehrmacht bzw. zum Volkssturm eingezogen — von einem Senior (Theodor Ferkinghoff) und einer Schülerin (Gisela Klein) lediglich eine Herbergssuche in der Christmette gesungen werden konnte, reifte der Plan, einen gemischten Chor als zusätzlichen Kirchenchor ins Leben zu rufen. Herrn Lehrer Hermann Gilles und Herrn Willibald Klein, der seine ganze Kraft diesem Unternehmen widmete, gelang es, zu Beginn des Jahres 1945 25 Mädchen und 14 Männer als neue Mitglieder anzuwerben, so dass man gleich mit den Proben beginnen konnte. Man nannte sich nach dem Kirchenpatron „Katholischer Kirchenchor St. Vit", und bereits Weihnachten 1945 wurde eine lateinische Messe zu Gehör gebracht. In Köln ausgeliehene Notenblätter wurden in mühevoller Handarbeit abgeschrieben und noch lange Zeit benutzt, bis bei den Verlagen wieder gedrucktes Notenmaterial erworben werden konnte.

Durch die aus dem Krieg und Gefangenschaft heimkehrenden Sänger, konnte der Männerchor vorerst den kirchlichen Gesang wieder aufnehmen. Bei der Jahreshauptversammlung 1946 wurde beschlossen, dass der Männerchor wieder weltliche Lieder singt und auch an Sängerfesten aktiv teilnimmt und der Kirchenchor nur als gemischter Chor auftritt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 3:  MGV  "Eintracht" 1959  

 

Abbildung 4: Kirchenchor "St. Vit" 1959

Im Jahre 1949 musste der hochverdiente Dirigent des Chores Herr Hermann Gilles aus gesundheitlichen Gründen das Dirigentenamt niederlegen. Als Zeichen des äußeren Dankes des Vereins überreichte man ihm ein Ehrendiplom und ernannte ihn zum Ehrendirigenten.

Nach dem Kriege wurde auch eine alte Tradition des MGV erfolgreich wieder aufgenommen. Am 2. Weihnachtsfeiertag — und bei Bedarf an den folgenden Sonn- und Feiertagen — gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, für das unter der kundigen Leitung von Karl Grünewald viele Monate geprobt wurde. In Hugo Bermel besaß die Gruppe zudem einen hervorragenden Bühnenbildner.

VI.

Doch auch gesanglich zählten die kommenden Jahre zu den erfolgreichsten des MGV „Eintracht". So konnte er erstmals am 27. Juli 1952 in Niederoberweiler mit großem Erfolg ein Sängerfest ausrichten, an dem zahlreiche Brudervereine der Umgebung teilnahmen.

Die Höhepunkte dieser so erfreulichen Entwicklung markierten zweifellos die Jahre 1959 (50jähriges Jubiläum), 1964 (das 55jährige Jubiläum), 1969 (das 60-jährige Jubiläum), 1974 (das 65-jähriges Jubiläum) und 1979 das 70-jährige Jubiläum.

VII.

Zu Anfang des Jahres 1972 wurde von dem damaligen 2. Vorsitzenden und Sänger (auch Vereinswirt) Sepp Wolff in eigener Initiative ein Kinderchor bzw. Jugendchor ins Leben gerufen. Schon in seinem Gründungsjahr konnte der Kinderchor einige Male bei vereinsinternen Veranstaltungen auftreten und zeigte dabei solch ansprechende Lei­stungen, dass er wenig später voll in den MGV integriert wurde. Unter seinem Begründer Sepp Wolff und Dirigenten Bruno Klein konnte er mit ca. 50 Kindern und Jugendlichen schon bald auf auswärtigen Sängerfesten sein Können unter Beweis stellen.

Eine quasi offizielle Aufgabe fiel dem Gemischten Chor des MGV am 27. Mai 1976 zu, als er den Festakt anläßlich der feierlichen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden zwischen Burgbrohl und Poix-du-Nord musikalisch umrahmen durfte, doch blieb es nicht lange bei einem bloß offiziellen Kontakt, weil der Verein sofort in die Bresche sprang und beim Gegenbesuch in Frankreich dauerhafte und herzliche Beziehungen nicht nur zu den entsprechenden Gastgeber-Familien, sondern darüber hinaus fast zur gesamten Einwohnerschaft knüpfte, so dass der Besuch in der französischen Partnergemeinde vom 10. September 1977 über den musikalischen Erfolg hinaus als ein aktiver Beitrag zur Völkerverständigung gewertet werden darf. Als im Jahre darauf die französischen Freunde zu Besuch nach Deutschland kamen, wurde ihr Bürgermeister, M. Aplincourt, als Ehrenmitglied in den MGV „Eintracht" Niederoberweiler aufgenommen (2. Sept. 1978). So findet seit Begründung der Partnerschaft im Jahre 1976 alljährlich ein Austausch mit den Freunden aus Poix-du-Nord statt, an dem der MGV nach wie vor regen Anteil nimmt.

VIII.

Das Jahr 1977 stand im Zeichen erfolgreicher Vereinsarbeit geleistet in einem Gemischten Chor und einem Jugendchor — gemeinsames Auftreten in (Sinzig-) Koisdorf. Besuch des Sängerfestes in Kottenheim durch den Jugendchor und des Kreis-Chorkonzertes in Bad Neuenahr durch den Gemischten Chor.

Während im Jahre 1977 eine „Männergesangs-Gruppe" wieder neu aufgebaut werden konnte, musste der Kinder- und Jugendchor 1978 seine Arbeit aus personellen Gründen einstellen.

1984 beging der MGV Eintracht Niederoberweiler unter großer Beteiligung der befreundeten Brudervereine aus dem Brohltal und der näheren Umgebung sein 75-jähriges Stiftungsjubiläum im Rahmen eines mehrtägigen Sängerfestes (31.08.-02.09.1984), zu dem auch eine Festschrift erschien.

IX.

Auch in den folgenden Jahren konnte der MGV Eintracht Niederoberweiler sein gesangliches Können immer wieder unter Beweis stellen. Dies belegen unter anderem auch die weiteren Jubiläen 1989 ( das 80-jährige Jubiläum) und 1994 ( das 85-jährige Jubiläum) . Aufgrund einer längerfristigen Erkrankung des damaligen Dirigenten konnte 1999 anlässlich des 90-jährigen Jubiläums kein Fest ausgerichtet werden.

Mit den Jahren hat es sich eingebürgert, dass der Chor zu bestimmten Anlässen ein immer gern gesehener Gast und somit aus dem kulturellen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Nicht nur die Teilnahme an Sängerfesten, sondern auch die musikalische Gestaltung an Festlichkeiten, wie z.B. Hochzeitsjubiläen, Geburtstagen oder Vereinsfeiern, z.B. Bergfest aber auch an kirchlichen Feiertagen ( Fronleichnam, Allerheiligen, Weihnachten) prägen das Chorleben. Auch fest in das Vereinsjahr aufgenommen ist der Auftritt beim Fest der alten Leute, um den Nachmittag durch ein buntes Liederprogramm zu erweitern.


Damit bei den ganzen Veranstaltungen die Mitglieder nicht zu Kurz kommen, feiert der MGV Eintracht Niederoberweiler alljährlich sein Cäcilienfest im November, durch Mitgestaltung der hl. Messe und anschließendem Abend in geselliger Runde.

Gemeinsame Ausflüge beweisen einmal mehr, dass der Chor nicht nur aus einzelnen Mitgliedern besteht, sondern dass wir alle eine große Familie sind. Unsere Fahrten, die bisher immer gern besucht wurden, führten uns bereits quer durch Deutschland ( z.B. Idar-Oberstein, Limburg,Aachen, Erbach und Michelstadt, Cochem und Kröv), ins nahegelegene Ausland (Eckfeld und Luxemburg, 2x zur Partnergemeinde Poix du Nord), aber auch die heimischen Gefilde kamen nicht zu kurz ( Vulkanexpress ).

Ebenfalls fest in das Vereinsleben integriert ist eine Wanderung, die sich je nach Wetterlage kürzer oder länger gestaltet. Unterwegs gilt Rucksackverpflegung, der Zielort wird immer so gewählt, dass auch Mitglieder, die nicht so gut zu Fuß sind, diesen problemlos erreichen und den gemütlichen Teil miterleben können.

          

 

 

X.

Mit diesem geschichtlichen Streifzug durch über 100 Jahre voll Höhen und Tiefen eines Gesangvereins hoffen wir, Ihnen als Besucher unserer Internetseiten einen kleinen Überblick über das bisherige Wirken unseres MGV EINTRACHT NIEDEROBERWEILER gegeben zu haben.

Wenn Sie selbst Freude am Singen und einer aktiven Teilnahme am Vereinsleben haben, so wenden Sie sich doch per e-mail, Fax, Brief oder Telefon an die Mitglieder unseres Vorstands. Sie sind uns jederzeit willkommen und können gerne auch einmal probeweise in eine Gesangstunde „hineinschnuppern“. Wir würden uns über Ihre Mitwirkung sehr freuen.

 

 

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